Anleihen erklärt: Wie Rendite, Laufzeit, Liquidität und Risiko funktionieren

Close-up of a US dollar bill seal with overlaid financial chart lines — investment bonds explained through the lens of returns, maturity, liquidity and risk.

Sie wollen das große Potenzial von Anleihen effektiv ausnutzen? Dann sollten Sie einige wichtige Begriffe und Konzepte kennen! Der folgende Beitrag erklärt Anleihen, ihre besonderen Eigenschaften, Chancen und Risiken in übersichtlicher Form und zeigt, worauf Sie bei einem Investment achten sollten.

Die vorliegenden Texte dienen dem Marketing und stellen in keiner Weise eine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Grundlage für Anlageentscheidungen dar. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden, da der Wert eines Investments sowohl steigen als auch fallen kann. Die historische Wertentwicklung von Investments ist kein Garant für zukünftige Gewinne. Bevor Sie Geld investieren, sollten Sie Ihr persönliches Fachwissen, Erfahrung, finanzielle Situation und Anlageziele prüfen und gegebenenfalls professionelle Anlageberatung aufsuchen.

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Anleihen zählen zu den festverzinslichen Wertpapieren. Nach dem Kauf bieten sie regelmäßige Zinszahlungen und werden am Ende der Laufzeit zurückgezahlt. 

  • Je nach Bewertung (Anleihen-Rating) können mögliche Renditen und Risiken sehr unterschiedlich ausfallen.

  • Mögliche Gefahren sind Zahlungsschwierigkeiten des Herausgebers oder sinkende Preise durch Zinsveränderungen

  • Strategien wie die Bond Ladder helfen, Anleihen effektiv zu nutzen

Anleihen erklärt: Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick


Sie können passives Einkommen liefern, Spekulationsgewinne erzeugen oder als sichere Lagerstätte für Geld dienen: Anleihen sind eine flexible Anlageklasse, die sich bei Anlegern seit Jahrzehnten großer Beliebtheit erfreut. 

Die besondere Rolle von Anleihen erklärt sich aus ihren einzigartigen Eigenschaften. Wer eine Anleihe kauft, leiht dadurch dem Herausgeber (ein Unternehmen, Staat oder andere Organisation) Geld im Gegenzug für regelmäßige Zinszahlungen. Am Ende der Laufzeit wird der ursprüngliche Betrag zurückgezahlt. 

Gleichzeitig sind Anleihen aber auch handelbar – so wie Sie es zum Beispiel von Aktien oder ETF gewohnt sind. Dank schwankender Kurse lassen sich Gewinne erzielen. Wer jedoch verkauft, wenn die Preise gerade im Keller sind, muss Verluste hinnehmen. 

Am Ende der Laufzeit nähern sich die Kurse jedoch wieder dem ursprünglichen Wert an, denn die Rückzahlung wartet. Diese Kombination aus Preisschwankungen, Zinsen und Rückzahlung spricht viele Marktteilnehmer an.

Anleihen zählen zu den festverzinslichen Wertpapieren und kommen in zahlreichen Varianten daher. Fünf Eigenschaften bilden jedoch die Grundlage für alle Anleihen: 

  1. Herausgeber (“Emittent“): Ein Unternehmen, Staat oder Organisation, das Geld beschaffen möchte und daher eine Anleihe verkauft. Der Herausgeber zahlt die Zinsen und leistet am Ende der Laufzeit die Rückzahlung. 

  2. Nennwert oder Nominalwert: Der Wert einer Anleihe zum Verkaufszeitpunkt. Der Herausgeber erhält diesen Geldbetrag vom Käufer und zahlt ihn am Laufzeitende wieder zurück.  

  3. Laufzeit: Der Zeitraum bis zur Rückzahlung. Er kann mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte betragen.

  4. Zinsen (“Kupon”): Die Zinsen, die der Käufer vom Herausgeber erhält. Der Betrag wird in Prozent des Nennwerts angegeben und bezieht sich immer auf ein Jahr.

  5. Marktpreis: Der aktuelle Preis an einer Anleihenbörse oder Investment-Plattform. Er kann höher oder niedriger als der Nennwert ausfallen.

Laufzeit von Anleihen und Rückzahlung


Der Herausgeber einer Anleihe erklärt vorab, wann und wie viel Zinsen er zahlt und wann die Rückzahlung erfolgt. Diese beiden Aspekte,
Zinsen und Laufzeit, sind für potenzielle Käufer enorm wichtig. Denn sie bestimmen, ob sich ein Investment lohnt und für welche Strategie es geeignet ist.

  • Jede Anleihe hat ein Enddatum, anhand dessen sich die verbleibende Laufzeit berechnen lässt. 
  • An diesem Datum wird der Nennwert an den Anleiheninhaber zurückgezahlt. 
  • Die Laufzeit von Anleihen kann von einigen Monaten (bei manchen Unternehmensanleihen) bis hin zu 30 Jahren (bei einigen Staatsanleihen) reichen.
  • Grundsätzlich ist ein vorzeitiger Verkauf möglich. Haben sich die Kurse jedoch negativ entwickelt, droht in diesem Fall ein Verlust. 


Aber warum ist die Laufzeit von Anleihen überhaupt ein so wichtiges Thema? Die Antwort liegt im sogenannten
Zinsrisiko: Verändert sich der Zinssatz am Finanzmarkt, kann die Attraktivität von Anleihen steigen oder fallen. Das beeinflusst auch ihren Kurs. Je länger die Anleihenlaufzeit, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit solcher Änderungen.

Finanzmarkt: 

Zinssatz steigt

Zinssatz fällt

Anleihenzins: 

Bleibt gleich, im Vergleich zum Geldmarkt aber nun niedriger

Bleibt gleich, im Vergleich zum Geldmarkt aber nun höher

Anleihen-Attraktivität: 

Nimmt ab (Zinsen weniger attraktiv)

Nimmt zu (Zinsen attraktiver)

Anleihenpreis: 

Sinkt, da Nachfrage abnimmt

Steigt, da Nachfrage zunimmt

 

Anleihen mit einer langen Laufzeit reagieren stärker auf solche Zinsveränderungen als kurzlaufende Wertpapiere. Die Veränderung lässt sich grob berechnen, indem man die Zinsänderung mit der Laufzeit multipliziert.

Zum Beispiel: 

  • Staatsanleihe mit 20 Jahren Restlaufzeit
  • Marktzinsen steigen um 0,5 %
  • Wertverlust: 20 Jahre × 0,5 % = 10 %

  • Unternehmensanleihe mit 5 Jahren Restlaufzeit
  • Marktzinsen sinken um 1 %
  • Wertgewinn: 5 Jahre × 1 % = 5 %

Strategie gegen Zinsrisiken: Bond Ladder, die “Leiter für Anleihen” erklärt


Die Wahl der richtigen Laufzeit stellt Anleger vor eine Zwickmühle: Länger laufende Wertpapiere bieten grundsätzlich höhere Zinsen, gehen jedoch auch mit einem größeren Risiko einher. 

Kurzlaufende Titel reagieren hingegen deutlich weniger auf Zinsveränderungen, bieten aber im Gegenzug eine niedrigere Rendite. Um einen guten Kompromiss aus Zinsen und Sicherheit zu finden, hat sich die Bond Ladder als mögliche Strategie etabliert. 

Die Bond Ladder (“Anleihen Leiter”) erklärt: 

  1. Mehrere Anleihen mit unterschiedlicher Laufzeit werden gleichzeitig eingekauft
  2. Kurzlaufende Titel bringen Stabilität in das Portfolio
  3. Anleihen mit langer Laufzeit sorgen für höhere Rendite
  4. Mittellange Anleihen bewegen sich dazwischen
  5. Die einzelnen Wertpapiere laufen zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus und werden anschließend durch neue (mit der gleichen Laufzeit) ersetzt


Die Bezeichnung Bond Ladder, also Leiter für Anleihen, erklärt sich aus dem stufenweisen Aufbau. Der Vorteil für Anleger: Die Bond Ladder ermöglicht eine solide Gesamtrendite, bei der Zinsen und Rückzahlungen regelmäßig eintreffen. Gleichzeitig hält sich das Zinsrisiko durch eine gute Balance verschiedener Laufzeiten in Grenzen. 

Diese Strategie benötigt jedoch ein aktives Management, denn auslaufende Titel müssen regelmäßig ersetzt und Zinszahlungen reinvestiert werden. Ein automatisiertes Portfolio, das diese Schritte selbstständig vornimmt, kann die Vorteile der Bond Ladder erhalten und Aufwände reduzieren. 

Woher kommen eigentlich die Zinsen? So funktionieren Kreditrisiko und Rendite von Anleihen


Die Rendite von Anleihen erscheint auf den ersten Blick zu schön, um wahr zu sein: Hochzinsanleihen können zweistellige Jahresrenditen generieren, und selbst sehr sichere Staatsanleihen machen keine schlechte Figur. 

Bei solchen Zahlen werden Anleger hellhörig und prüfen die möglichen Risiken, denn ein perfektes Investment existiert nicht. Wie entsteht also die Rendite von Anleihen? Die einfache Antwort: Allein durch den Herausgeber!

  • Der Anleiheemittent zahlt die Zinsen direkt an die Besitzer der Wertpapiere
  • Zinszahlungen gehen damit zu Lasten des Herausgebers
  • Unternehmen/Staaten entscheiden sich dennoch dazu, Anleihen herauszugeben, wenn zum Beispiel die Kosten für Bankkredite noch höher sind
  • Eine hohe Rendite von Anleihen zeigt also, dass ein größeres Risiko vorliegt, welches Banken abschreckt

 

Die größte Gefahr für Anleger: Kreditrisiko von Anleihen

Eine hohe Rendite von Anleihen ist in der Praxis immer mit höheren Risiken verbunden. Die wohl größte Gefahr für Investoren ist zweifellos das Kreditrisiko von Anleihen. Es beschreibt, vereinfacht ausgedrückt, mögliche Rückzahlungsschwierigkeiten oder sogar eine Pleite des Anleiheherausgebers. 

Rutscht der Staat oder das Unternehmen hinter der Anleihe in die Zahlungsunfähigkeit, kann es Zinsen oder den geliehenen Betrag am Ende der Laufzeit möglicherweise nicht vollständig zurückzahlen. Für die Anleihekäufer bedeutet dies: 

  1. Ein Teil des Geldes könnte verlorengehen 
  2. Die Gesamtsumme könnte verlorengehen 
  3. Kuponzahlungen könnten verspätet oder gar nicht eintreffen
  4. Die Rückzahlung des Nennwerts könnte sich stark verzögern 

Die Punkte 1 und 2 lassen sich durch erstrangige und/oder besicherte Wertpapiere teilweise umgehen. Sicherheiten werden im Insolvenzfall veräußert und eingesetzt, um die Investoren auszubezahlen. Erstrangige Anleihen werden zuerst zurückgezahlt, was die Chance auf einen vollständigen Ausgleich erhöht. 

Für die Probleme Nummer 3 und 4, die mögliche Wartezeit, gibt es leider nur wenige Schutzmaßnahmen. Denn ein Insolvenzverfahren kann einige Zeit in Anspruch nehmen und das investierte Kapital so binden. Eine etablierte Investment-Plattform wie Mintos, die über einen erprobten und effektiven Rückholmechanismus verfügt, kann den Zeitraum jedoch in manchen Fällen verkürzen. 

So lassen sich teilweise größere Schäden vermeiden und das Kreditrisiko der Anleihen reduzieren. Es bleiben jedoch immer Gefahren bestehen – nur so ist die hohe Rendite letztlich möglich. Auch bei Mintos ist Ihr Investment einem grundsätzlichen Risiko ausgesetzt.

Äußere Einflussfaktoren auf die Rendite von Anleihen

Das Kreditrisiko von Anleihen stellt eine Gefahr durch den Herausgeber selbst dar. Auch das Umfeld wirkt jedoch auf die Wertpapiere ein und kann die Rendite beeinflussen! Die wichtigsten Einflussfaktoren sind: 

  • Zinsveränderungen: Steigen die Zinsen am Finanzmarkt, verliert die Rendite von Anleihen mit dem älteren, niedrigeren Zinssatz an Attraktivität und der Preis sinkt. 
  • Kuponrendite: Die Kuponzahlungen (jährliche Zinsen) bleiben während der Laufzeit gleich. Sinkt der Anleihenkurs, erhalten Käufer höhere Zahlungen für einen niedrigeren Einkaufspreis. 
  • Kreditaufschlag: Alle Anleihen stellen einen Kompromiss aus Rendite und Risiko dar. Steigt das Risiko, zum Beispiel weil sich das Rating des Herausgebers verschlechtert, gerät das Verhältnis aus dem Gleichgewicht und die Nachfrage sinkt. 
  • Inflation: Nimmt die Geldentwertung zu, erhöhen die Zentralbanken häufig die Leitzinsen und der Anleihenpreis fällt. Inflationsindexierte Wertpapiere stellen eine Sonderform dar, die davor schützen kann. 

Alle äußeren Faktoren unterliegen zudem einem zeitlichen Aspekt: Je länger die Restlaufzeit einer Anleihe, desto größer die Gefahr äußerer Einflüsse. Es besteht schlichtweg mehr Zeit für eine negative Einwirkung.

Rangfolge von Anleihen: Wichtiges Kriterium für den Ernstfall


Kein Anleger möchte es erleben: Der Anleihenherausgeber ist im Zahlungsverzug, die Zinsen und/oder die Rückzahlung lassen auf sich warten. Was nun? 

  1. Der Herausgeber erhält eine Schonfrist (in der Regel 90 Tage), um den Rückstand zu begleichen.

  2. Erfolgt dennoch keine Zahlung, wird die Anleihe als “ausgefallen” (default) erklärt und der Rückgewinnungsprozess beginnt.

  3. Es kann zu einer Restrukturierung mit dem Ziel, eine Rückzahlung zu ermöglichen, kommen. Ist dies nicht möglich oder ein Erfolg unwahrscheinlich, wird ein Insolvenzverfahren eingeleitet. 

  4. Einnahmen aus der Insolvenzmasse werden an die Anleiheninhaber ausgeschüttet

Doch die Beträge, die bei Restrukturierungen oder Insolvenzverfahren eingeholt werden, sind nicht immer ausreichend. Einige Anleihen- oder Aktienhaber könnten leer ausgehen. Hier kommt die Rangfolge von Anleihen ins Spiel: Sie legt fest, welche Personen wann ihre Rückzahlungen erhalten. 

Die Rangfolge von Anleihen ergibt sich aus Sicherheiten (Ja / Nein) und dem Rang (Vorrangig / Nachrangig). So entstehen insgesamt vier Kategorien: 

Rangfolge von Anleihen

Besichert

Unbesichert

Vorrangig

Senior Secured Bonds

(Vorrangig und besicherte)

Senior Unsecured Bonds

(Vorrangig, aber nicht besichert)

Nachrangig

Junior Secured Bonds

(Nachrangig aber besichert)

Junior Unsecured Bonds

(Nachrangig und unbesichert)


Senior Secured Bonds bieten im Ernstfall die besten Rückzahlungschancen für Investoren: Hier stehen Sicherheiten bereit (zum Beispiel Immobilien oder Bürgschaften), die eingefordert werden können. Zudem befinden sich diese Titel in der Rangfolge von Anleihen ganz oben und werden somit zuerst bedient. 

Am anderen Ende der Rangfolge stehen Junior Unsecured Bonds. Sie bieten keine zusätzlichen Sicherheiten und werden erst ausbezahlt, wenn alle anderen Anleihenbesitzer bereits ihr Geld erhalten haben – jedoch noch vor den Aktionären! 

Je weiter hinten in der Rangfolge von Anleihen Sie stehen, desto größer Ihr Risiko: Wenn Sie an der Reihe sind, könnte eventuell schon nichts mehr übrig sein. Ihr Kapital wäre dann verloren.

Sind Anleihen gut bei Inflation? Inflationsindexierte Anleihen im Detail


Die Inflation ist eine ständige, unterschwellige Gefahr: Die Geldentwertung verringert unsere Kaufkraft und greift so sowohl Kapital als auch Renditen an. Um sich davor zu schützen, suchen erfahrene Anleger kontinuierlich nach attraktiven Investitionen mit ausreichend hoher Rendite. Denn sie könnte helfen, den Inflationsschaden auszugleichen oder sogar zu überbieten. 

Auch festverzinsliche Wertpapiere rücken dabei in den Fokus und Investoren fragen sich: “Sind Anleihen gut bei Inflation?”. Die Antwort ist mehrschichtig: 

 

  • Anleihen sind, wie andere Anlageklassen auch, dem Inflationsrisiko ausgesetzt: Die Inflationsrate greift Nennwert und Zinsrendite während der Laufzeit an.

     

  • Ist die Inflation höher als die Anleihenrendite, kann ein effektiver Verlust entstehen.

     

  • Höhere Zinsen (zum Beispiel bei Hochzinsanleihen) bieten mehr Spielraum, um eine höhere Inflation zu kompensieren. Sie gehen jedoch mit eigenen Risiken einher.

     

  • Um die Realrendite einer Anleihe zu ermitteln, muss die Inflationsrate (in Deutschland durchschnittlich 2,8 % in den letzten 10 Jahren*) von der Anleihenrendite abgezogen werden.

     

  • Achtung: Die Inflation ist kumulativ, d.h. die Belastung steigt von Jahr zu Jahr. Die Anleihenrendite ist hingegen nur kumulativ, wenn Zinszahlungen reinvestiert werden.

     


Normale Anleihen bieten also – abgesehen von ihrer Rendite – keinen besonderen Schutz vor hohen Inflationsraten. Die Wertpapiere können sogar besonders leiden, wenn die Inflation zu einem Anstieg der Marktzinsen führt. Dieses Zinsrisiko haben wir im Einführungsbeitrag
“Was sind Anleihen” genauer beschrieben. 

Automatisierte Portfolios, die Zinserträge direkt reinvestieren, können eine kumulative Rendite bzw. einen Zinseszinseffekt liefern. Dieser kann dazu beitragen, inflationsbedingte Verluste langfristig zu bekämpfen. Aufgrund typischer Risiken gibt es aber auch hier keine Erfolgsgarantie. 

*Quelle: Statistisches Bundesamt, “Verbraucherpreisindex für Deutschland, Lange Reihen”


Inflationsindexierte Anleihen gegen Geldentwertung

Aufgrund der oft langen Laufzeiten (bei einigen Staatsanleihen bis zu 30 Jahren!) und der kumulativen Wirkung der Inflation sind viele Investoren auf der Suche nach besseren Lösungen. Neben der Suche nach höheren Zinsen zum Ausgleich der Geldentwertung stehen auch inflationsindexierte Anleihen zur Verfügung. 

  • Inflationsindexierte Anleihen, oder einfach “Inflationsanleihen”, zählen zu den Indexanleihen

  • Die Zinsen (und bei einigen Produkten sogar die Rückzahlung) sind nicht fest, sondern von einem Index – in diesem Fall dem Inflationsindex – abhängig. 

  • Steigt die offizielle Inflationsrate, nimmt auch die Anleihenrendite zu. 
  • Sinkenden Inflationszahlen reduzieren auch die Rendite

 

Inflationsindexierte Anleihen bieten so einen besseren Schutz gegen die Geldentwertung. Diese zusätzliche Sicherheit kostet die Investoren allerdings auch einiges: Die angebotenen Zinsen sind in der Regel niedriger als bei nicht inflationsindexierten Titeln. 

Gut zu wissen: Inflationsindexierte Anleihen nutzen fast immer offizielle Inflationszahlen als Berechnungsgrundlage. Die Realinflation liegt, bedingt durch Kumulationseffekte, Warenkorbanpassungen und Inflationsunterschiede zwischen Haushalten*, aber deutlich höher. 

Daher ist auch bei inflationsindexierten Anleihen ein Schaden durch Inflation möglich, der mit längerer Laufzeit weiter ansteigen kann. In einem direkten Vergleich der Realrendite (andere Risiken ausgeblendet) können Hochzinsanleihen die inflationsindexierten Wertpapiere oft übertreffen. 

*Institut der Deutschen Wirtschaft, “Welche Inflationsunterschiede bestehen in der Bevölkerung?”

Bedeutung und Funktion von Anleihe-Ratings


Wer
in Anleihen investieren will, hat eine Vielzahl von unterschiedlichen Wertpapieren zur Verfügung. Sie lassen sich für nahezu jede denkbare Strategie und Portfoliozusammensetzung nutzen. Selbst erfahrene Anleger können angesichts der großen Auswahl Schwierigkeiten haben, die passende Anleihe zu finden. 

Ein Blick auf das Anleihe-Rating kann ein möglicher erster Schritt sein, um ein Wertpapier zu finden, das zu Ihren Bedürfnissen passt. 

Ratings von Anleihen erklärt: 

  • Agenturen wie Standard & Poor’s, Fitch oder Moody’s haben sich darauf spezialisiert, die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten zu bewerten

  • Sie vergeben ein Rating, das die Qualität und Risiken widerspiegelt

  • Die höchstmögliche Bewertung ist “AAA”, während bereits ausgefallene Anleihen die schlechteste Bewertung “D” erhalten

  • Sicherheitsbewusste Anleger sollten auf ein möglichst hohes Anleihen-Rating achten; wer auf der Suche nach besseren Renditen ist, muss in der Regel die höheren Risiken niedrigerer Ratingstufen akzeptieren

  • Einige Sonderkategorien wie “NR” (=kein Rating) oder “WD” (=Rating wurde zurückgezogen) liefern zusätzliche Informationen


Einer besonderen Bedeutung kommt den Kategorien AAA bis BBB- zu: Sie werden als “Investment Grade” bezeichnet. Eine besonders begehrte Einstufung, denn viele Banken, Fonds und Investment-Plattformen nutzen ausschließlich solche Titel (teilweise aufgrund rechtlicher Vorschriften, teilweise aus strategischen Gründen).

Hochzinsanleihen und Ramschanleihen: Chancen und Risiken


Alle
Anleihen mit einem Rating schlechter als A werden als Hochzinsanleihen, Nicht-Investment-Grade-Anleihen oder Ramschanleihen bezeichnet. Unternehmen und Staaten, die kein A-Rating erreichen konnten, müssen generell höhere Anleihezinsen bieten, um Kapital von Investoren zu erhalten. 

Solche Titel können sich für Investoren daher trotz eventuell größerer Risiken sehr lohnen. Denn die Anleihen-Ratings sind Richtwerte und keine völlig präzisen Einstufungen. Ein Blick auf die Ausfallraten während der Finanzkrise 2008 zeigt dies eindrucksvoll: 

Anleihen-Rating

Ausgefallene Herausgeber in %

AAA

0

AA+

0

AA

0,43

AA−

0,40

A+

0,31

A

0,21

A−

0,58

BBB+

0,18

BBB

0,59

BBB−

0,71

BB+

1,14

BB

0,63

BB−

0,63

B+

2,97

B

3,29

B−

7,02

C

26,53

 

Stellt man die Ausfallrate von A- (0,58 %) mit den Ausfällen in der Kategorie BBB+ (0,18 %) gegenüber, zeigen sich die Einschränkungen: Die eigentlich riskantere Kategorie BBB+ schnitt deutlich besser ab als die hochwertigere Stufe A-. 

Hochzinsanleihen sind daher für viele Investoren das Mittel der Wahl, um höhere Zinsen zu erzielen. Dabei sollte man das mögliche Risiko jedoch stets ernst nehmen! Wertpapiere mit dem Anleihen-Rating C verzeichneten in 2008 eine Ausfallrate von mehr als 26 % – ein Wert, den selbst die höchsten Zinsen nicht mehr kompensieren könnten. 

Zugang zu Anleihen erklärt: So können Sie effektiv in Anleihen investieren


Sie wollen Ihr Portfolio um Anleihen erweitern? Dann stehen Ihnen drei grundsätzliche Pfade zur Verfügung, um in den Anleihenmarkt zu investieren: 

  1. Direktes Investment in einzelne Anleihen: Volle Kontrolle, gut für kleinere Konten oder erste Gehversuche geeignet. Über Banken, einige Online-Broker und Investment-Plattformen wie Mintos möglich. 

  2. Automatisiertes Anleihenportfolio: Mit Mintos breit gestreut in Anleihen investieren. Geringer Aufwand, aber auch weniger Kontrolle. Besonders für Anleger geeignet, die einen Kompromiss aus Rendite und Risiko suchen. Nur über die Mintos Investment-Plattform möglich. Wie bei allen Investments ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt. 

  3. Anleihen-ETF: Ein börsengehandeltes Paket aus mehreren Anleihen. Breite Streuung (je nach Produkt) mit geringem Aufwand. Käufer sind jedoch nicht Besitzer der jeweiligen Anleihen! Als Beimischung zu einem bestehenden ETF-Portfolio gut geeignet. Verfügbar bei Banken, Online-Brokern oder über die Mintos Investment-Plattform. 



Welche Form für Ihr Portfolio passend ist, hängt von persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten ab. Grundsätzlich sind alle drei Formen geeignet, um effektiv in Anleihen zu investieren. Auch ein Mix könnte sinnvoll sein.

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, Sie sollten einige wichtige Punkte beachten: 

  • Sie können Anleihen über einen sog. “Sekundärmarkt” vorzeitig verkaufen. Damit der Handel zustande kommt, muss es allerdings einen Käufer geben. Größere Investment-Plattformen mit hoher Nutzerzahl können daher einen größeren Anleihenmarkt und schnelleren Verkauf zu besseren Preisen bieten. 

  • Die Gebühren für den Anleihenhandel können sich erheblich unterscheiden: Während traditionelle Hausbanken oft noch hohe Prozentbeträge pro Transaktion und eine jährliche Depotgebühr erheben, erlauben moderne Plattformen ein kostenloses Investment.

  • Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie ausschließlich EU-regulierte Dienstleister für den Anleihenhandel verwenden. 

Mintos vereint die wichtigsten Punkte in einer modernen Investment-Plattform: Eine große Nutzerbasis von über 600.000 Personen sorgt für einen regen Sekundärmarkt, während die Aufsicht durch Finanzbehörden die Anleger schützt. Ein direktes Investment am Anleihenmarkt ist kostenlos möglich; für ein automatisiertes Portfolio werden lediglich 0,39 % pro Jahr erhoben. Wie bei allen Investments ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt. Die Liquidität des Sekundärmarkts ist nicht garantiert.

Fazit: Anleihen erklärt – die wichtigsten Details im Überblick


Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere mit begrenzter Laufzeit. Der Käufer leiht dem Herausgeber einen Betrag (Nennwert) für einen festgelegten Zeitraum. Im Gegenzug erhält er regelmäßige Zinszahlungen und am Ende sein Geld zurück. 

Damit können Anleihen eine spannende Diversifikation für ein bestehendes Portfolio bieten. Investoren profitieren von einer breiten Auswahl an Unternehmens- und Staatstanleihen sowie unterschiedlicher Anleihenrendite und Risiken. 

Denn sollte der Herausgeber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ist auch das Kapital des Käufers in Gefahr. Dieses sog. Kreditrisiko nimmt mit längerer Laufzeit oder mit einem schlechteren Anleihen-Rating des Herausgebers zu. Auch Veränderungen der Leitzinsen können die Performance von Anleihen gefährden. 

Das eigentliche Investment ist direkt, über automatisierte Portfolios oder via Anleihen-ETF möglich. Dabei sollten Sie auf eine EU-regulierte Investment-Plattform wie Mintos setzen. Hier finden Sie eine breite Nutzerbasis, was den vorzeitigen Verkauf von Anleihen vereinfachen kann. Auch die große Auswahl an Wertpapieren und die Möglichkeit, komplett kostenfrei in Anleihen zu Investieren, erleichtern den Einstieg. Wie bei allen Investments ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt. Die Liquidität des Sekundärmarkts ist nicht garantiert.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was sind Nachteile von Anleihen?

Anleihen bergen Gefahren wie das Zinsrisiko (Anleihe verliert an Wert, wenn der Marktzins steigt), das Emittentenrisiko (der Herausgeber der Anleihe könnte insolvent werden und die Rückzahlung nicht mehr leisten) sowie das Liquiditätsrisiko (Handel verzögert/unmöglich durch geringes Angebot oder Nachfrage).

Die häufigste Variante ist eine vollständige Rückzahlung am Ende der Laufzeit. Es gibt jedoch auch Anleihen, die in Raten zurückerstattet werden. Dies kann die Rückzahlungen und den effektiven Anleihezins stark beeinflussen.

Grundsätzlich ist es möglich, mit Anleihen Geld zu verlieren. Aufgrund der schwankenden Preise sind beim Verkauf Verluste möglich, insbesondere, wenn Sie Anleihen über dem Nennwert kaufen. Auch ein Ausfall des Herausgebers ist theoretisch möglich.

Für Anfänger kann es sinnvoll sein, auf vorgefertigte Anlagestrategien und etablierte Investment-Plattformen zurückzugreifen. Automatisierte Portfolios oder Anleihen-ETFs können eine gute Diversifikation bieten und so Risiken reduzieren.

Geht der Leitzins zurück, werden ältere Anleihen plötzlich attraktiver, denn sie bieten noch den alten, höheren Zinssatz. Dadurch steigt die Nachfrage und damit auch der Kurs. Anleger können durch einen Verkauf Gewinne erzielen oder auf die Rückzahlung warten.