Aktualisierte Kriterien für die Klassifizierung von Kreditunternehmen

28.10.2020

mintosblog

Als Teil unserer Umstellung von den Mintos Risiko-Bewertungen auf den Mintos Risk Score, haben wir die Kriterien für den Ausfall-Status überarbeitet und möchten diese nun vorstellen, um mehr Klarheit in dieser Frage zu schaffen.

Es gibt drei verschiedene Status, die einer Kreditfirma auf Mintos verliehen werden können. Diese sind:

Aktiv: Die Kreditfirma darf Kredite auf dem Primär- und Sekundärmarkt platzieren.

Suspendiert: Die Möglichkeit, Kredite auf beiden Märkten zu platzieren, kann gestoppt oder eingeschränkt werden, obwohl wir davon ausgehen, dass ausstehende Zahlungen gedeckt sein werden. Es ist möglich, dass die Aussetzung zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben wird.

Ausgefallen: Die Kreditfirma ist nicht mehr in der Lage, Kredite auf dem Primärmarkt zu platzieren, und die von ihr vergebenen Kredite stehen nicht für den Handel auf dem Sekundärmarkt zur Verfügung. Es besteht ein erhöhtes Risiko dafür, dass Zahlungen aus der Investition nicht vollständig geleistet werden, jedoch nicht notwendigerweise, dass ein vollständiger Geldverlust für einige bzw. alle Investoren eintritt.

Bevor wir die Kriterien für den Ausfallstatus nennen, möchten wir zunächst die Kriterien erklären, anhand derer ein Kreditunternehmen auf Mintos suspendiert werden kann.

Was Suspendierung bedeutet

Die Suspendierung eines bestimmten Kreditunternehmens erfolgt, weil das Unternehmen nicht die Rückzahlungen der Kreditnehmer an die Investoren weiterleitet und/oder die Rückkaufgarantie nicht einhält.

Sobald die Suspendierung eingetreten ist, können keine neuen Investitionen in von einem bestimmten Kreditunternehmen vergebene Kredite erfolgen, bis sie wieder aufgehoben wird. Wenn das Kreditunternehmen sowohl auf dem Primär- als auch auf dem Sekundärmarkt suspendiert wird, dient dies dem Interessenschutz der Investoren, indem Investitionen in neue Kredite auf dem Primärmarkt oder der Verkauf bestehender Kredite, die von dem jeweiligen Kreditunternehmen auf dem Sekundärmarkt vergeben wurden, verhindert werden. Durch die Suspendierung eines Kreditunternehmens auf dem Sekundärmarkt werden auch Investoren geschützt, die nicht über die aktuellen Vorkommnisse bei dem entsprechenden Kreditunternehmen informiert sind.

 Investoren sollten beachten, dass wir die Suspendierungen auf dem Sekundärmarkt aufheben können, wenn wir sehen, dass die anfänglich festgestellte Situation, die entweder durch öffentliche oder nicht-öffentliche Informationen ausgelöst wurde, sich so geändert hat, dass keine ausreichenden Zweifel mehr an der Fähigkeit des Kreditunternehmens bestehen, die Rückzahlungen der Kreditnehmer an die Investoren weiterzuleiten und die Rückkaufverpflichtungen zu erfüllen. Alternativ gilt dies auch, wenn eine Lösung erreicht wird, bei der konservativ betrachtet erwartet werden kann, dass das Kreditunternehmen weitere Rückzahlungen der Kreditnehmer in voller Höhe überweist. Weitere Informationen über die Aufhebung der Suspendierung auf dem Sekundärmarkt finden Sie hier.

Eine Suspendierung würde in der Regel erfolgen, bevor das Kreditunternehmen den Ausfallstatus erhält, oder in bestimmten Fällen auch gleichzeitig. Das bedeutet, dass zwar nicht alle Unternehmen, die suspendiert werden, zahlungsunfähig sind, aber alle zahlungsunfähigen Unternehmen suspendiert werden.

Aktualisierte Kriterien für den Ausfallstatus

Wir haben unsere Kriterien für den Ausfallstatus überarbeitet, basierend auf den Basler Richtlinien , die in der EU durch die Kapitalregulierungs-Richtlinien (CRR) definiert sind, um die von Mintos verwendete Ausfalldefinition so weit wie möglich an die in der Finanzbranche verwendete anzugleichen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen uns und den Kreditunternehmen im Hinterkopf zu behalten.

Wenn ein Kreditunternehmen auf Mintos den Ausfallstatus erhält, gibt es drei mögliche Kriterien (eines oder eine beliebige Kombination dieser Kriterien), die zu diesem Ereignis führen werden:

1) Der gegenwärtig geschätzte Cashflow reicht nicht aus, um die Zahlungsverpflichtungen vollständig zu decken

Wir bewerten, ob die erwarteten Rückzahlungen aus den zugrunde liegenden Darlehen, die von den Investoren gekauft werden – oder im Falle einer Rückkaufgarantie die Cashflows aus dem Gesamtportfolio und den Operationen des Kreditunternehmens – ausreichen, um die vertraglich vereinbarten Zahlungen an die Investoren vollständig zu decken. Für den Fall, dass wir einen Fehlbetrag in den für eine vollständige Rückzahlung erforderlichen Beträgen feststellen, würden wir unabhängig von der Höhe des Fehlbetrags den Ausfallstatus zuweisen.

2) Das Kreditunternehmen hat Konkurs angemeldet oder es läuft ein Insolvenzverfahren (einschließlich Zwangsliquidation) oder das Unternehmen steht unter Rechtsschutz

Aufgrund der Beteiligung Dritter, wie z. B. eines Verwalters oder Liquidators, besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Kreditunternehmen die Rückkaufgarantie nicht einhält oder die Rückzahlungen der Kreditnehmer nicht vollständig weiterleitet, auch wenn die aktuellen Cashflow-Prognosen dies nicht erahnen lassen. Die Auswirkungen dieser Prozesse können je nach länderspezifischer Gesetzgebung variieren. Beispielsweise könnte in einem Land der Entzug der Lizenz dem Kreditunternehmen erlauben, sich um eine freiwillige Auflösung zu bemühen und somit die Darlehen weiter zu bedienen. Es würde deshalb nicht unter dieses Kriterium fallen. In einem anderen Land könnte derselbe Entzug eine obligatorische Abwicklung durch einen ernannten Verwalter erforderlich machen, d. h. es würde unter dieses Kriterium fallen.

3) Innerhalb von 180 Tagen nach der Suspendierung ist keine Umstrukturierungslösung erreicht worden.

Unserer Erfahrung nach sollten 180 Tage ausreichen, um eine vernünftige Umstrukturierungsvereinbarung mit einem strauchelnden Kreditunternehmen zu erreichen. Wir betrachten eine mit dem Kreditunternehmen erzielte Restrukturierungslösung auch dann als erreicht, wenn noch keine formelle Vereinbarung unterzeichnet wurde, die Zahlungen aber planmäßig erfolgen.

Infolge von Änderungen dieser Definitionen werden die folgenden, zuvor suspendierten, Kreditunternehmen nun gemäß den oben genannten Kriterien als „ausgefallen“ eingestuft:

  Kriterium 1: Unzureichende Cashflows Kriterium 2:
Unter Rechtsschutz, Bankrott oder Insolvenz
Kriterium 3: Umstrukturierungsvereinbarung nicht innerhalb von 180 Tagen erreicht
Capital Service   X X
Cashwagon (VN, PH, ID) X    
Finko UA X    
Getbucks ZM X    
ExpressCredit ZM X    

 

Was die überarbeiteten Kriterien bedeuten

 Auch wenn ein Ausfallstatus auf ein erhöhtes Risiko hindeutet, dass das eingebrachte Kapital nicht vollständig zurückgezahlt wird, bedeutet  er nicht unbedingt einen vollständigen Kapitalverlust für Investoren mit Investitionen in die von diesen Unternehmen vergebenen Kredite oder einen Verlust für jeden einzelnen Investor.

Wir werden weiterhin alles geben, um die besten Rückforderungsergebnisse für die Investoren zu gewährleisten. Die erwarteten Rückgewinnungen werden für jeden Fall einzeln veröffentlicht, solange dies unsere Fähigkeit nicht beeinträchtigt, den maximal möglichen Betrag zurückzuerhalten.

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