Anleihen-ETF: Wann lohnen sich ETFs auf Anleihen wirklich?

Gleichmäßig gestapelte Holzklötze neben einer wachsenden Pflanze, die Stabilität symbolisieren — Illustration zum Thema Anleihen-ETF

Anleihen sind eine beliebte Anlageklasse, die sich mit den Eigenschaften eines ETFs verbinden lässt. Das Ergebnis sind Anleihen-ETFs und ihre besonderen Vor- und Nachteile. Hier erfahren Sie, wann sich diese Produktklasse lohnen kann, für wen sie geeignet sein könnte und wie der Einstieg in Anleihen ETFs gelingt. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Ein Anleihen-ETF ist ein Paket aus unterschiedlichen Anleihen. Ein Käufer erwirbt Anteile an allen enthaltenen Anleihen. 
  • Im Gegensatz zu einzelnen Anleihen hat ein Anleihen-ETF kein Enddatum, an dem eine Rückzahlung wartet. 
  • Es steht ein breites Sortiment an Anleihen ETFs zur Verfügung, die unterschiedliche Chancen und Risiken bieten. 
  • Wir zeigen Ihnen verschiedene Szenarien, in denen sich Anleihen-ETFs lohnen könnten.

 

Die vorliegenden Texte dienen dem Marketing und stellen in keiner Weise eine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Grundlage für Anlageentscheidungen dar. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden, da der Wert eines Investments sowohl steigen als auch fallen kann. Die historische Wertentwicklung von Investments ist kein Garant für zukünftige Gewinne. Bevor Sie Geld investieren, sollten Sie Ihr persönliches Fachwissen, Erfahrung, finanzielle Situation und Anlageziele prüfen und gegebenenfalls professionelle Anlageberatung aufsuchen. 

Vor jeder Investitionsentscheidung sollten Sie das jeweilige Basisinformationsblatt (BIB) des Produkts auf Mintos.com lesen.

Was ist ein Anleihen-ETF einfach erklärt


Ein Anleihen-ETF ist ein Exchange Traded Fund, der in Anleihen investiert. Es handelt sich also um ein Paket aus mehreren Anleihen. Wer Geld in einen Anleihen-ETF anlegt, erwirbt Anteile an allen enthaltenen Anleihen. 

Zuerst müssen wir erklären, wie Anleihen funktionieren und was ein ETF ist. 


Anleihen:
Staaten, Unternehmen und andere Institutionen können Anleihen herausgeben, um sich Geld zu beschaffen. Wer eine Anleihe kauft, leiht dem Herausgeber (“Emittent”) Geld für einen bestimmten Zeitraum und erhält dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit ist die Rückzahlung des geliehenen Betrags geplant. 

Sollte der Herausgeber jedoch während der Laufzeit in Zahlungsschwierigkeiten geraten, könnten die Zinsen und die Rückzahlung verspätet eintreffen oder vollständig ausfallen. Je höher dieses Risiko/je schlechter die finanzielle Situation des Emittenten, desto höher sind in der Regel die gebotenen Zinsen. 

Anleihen zählen zu den Wertpapieren und können an der Börse und ähnlichen Handelsplätzen ge- und verkauft werden. Ihre Preise können schwanken und können so die Chance auf Gewinn oder Verlust beim Handel bringen. 


ETF:
Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein Paket aus börsengehandelten Investments. Die bekannteste Variante sind zweifellos Aktien-ETFs wie etwa MSCI World oder S&P 500 ETFs. Sie enthalten viele hundert Aktien. Wer in einen ETF investiert, erwirbt Anteile an allen enthaltenen Produkten. 

Der Inhalt eines ETFs wird anhand einer vorgefertigten Liste, dem sog. Index, zusammengestellt und regelmäßig geupdatet. Dieser Automatismus hilft, die ETF-Kosten vergleichsweise niedrig zu halten. 

Anleihen-ETFs enthalten mehrere Anleihen, die anhand vorgegebener Regeln ausgewählt werden. Zum Beispiel:

  • Alle deutschen Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von maximal 3 Jahren (man spricht in diesem Fall von einem Staatsanleihen-ETF)
  • Unternehmensanleihen aus Europa mit einem Investment-Grade-Rating 
  • US-Staatsanleihen (“Treasury Bonds”) mit 3 bis 7 Jahren Laufzeit 
  • Und vieles mehr 

 

Die Möglichkeiten sind zahlreich, denn Anleihen sind eine sehr umfangreiche Anlageklasse. Hochzinsanleihen, Staatsanleihen, variabel oder festverzinslich, unterschiedliche Ratings, Regionen, Branchen, Laufzeiten und vieles mehr. Es ist daher kaum überraschend, dass es auch viele hundert Anleihen-ETF zur Auswahl gibt! 

Gut zu wissen: Anleihen-ETFs werden gelegentlich auch als “Renten-ETF” bezeichnet. Der Begriff hat jedoch nicht direkt etwas mit Altersvorsorge oder Ruhestand zu tun. Hier wird “Rente” im historischen Sinne als Bezeichnung für ein passives Einkommen, das ohne aktives Zutun ausgezahlt wird, gebraucht.

Wie funktioniert ein Anleihen ETF?

Die Funktion eines Anleihen-ETFs ist simpel: Anleihen, die die Regeln des jeweiligen ETFs erfüllen (zum Beispiel bestimmte Laufzeit, Region, Rating …) werden hinzugefügt. Erfüllt eine Anleihe die Regeln nicht mehr oder hat sie das Ende ihrer Laufzeit erreicht, wird sie entfernt und durch eine andere ersetzt. 

Es handelt sich also um ein Paket von Anleihen, das regelmäßig aktualisiert wird. Ein solcher Fund hat aber auch einige Besonderheiten: 

  • Ein Anleihen-ETF hat keine Laufzeit. Anleger können also nicht, wie beim direkten Anleihenkauf, auf die Rückzahlung der Summe am Ende hoffen. Wer aus einem Investment aussteigen will, muss seine ETF-Anteile verkaufen. 

  • ETF-Investoren sind nicht direkte Eigentümer der enthaltenen Wertpapiere. Dies kann zum Beispiel bei Insolvenz eines Anleihenherausgebers ihre rechtlichen Möglichkeiten einschränken. 
     
  • Da es sich um einen ETF handelt, stehen Anlegern verschiedene Extras und Vorteile zur Verfügung, die sie auch schon von Aktien-ETFs kennen. Dazu zählt zum Beispiel (je nach Anbieter) die Möglichkeit, einen ETF-Sparplan zu nutzen, mit sehr geringen Beträgen zu investieren oder die Wertpapiere zu einem anderen Anbieter zu übertragen. 

  • ETFs haben auch eigene Nachteile, die hier ebenfalls greifen. So fallen zum Beispiel ETF-Kosten an und es besteht ein Schließungsrisiko, falls der Exchange Traded Fund für den Anbieter nicht lukrativ ist.

Unterschiede im Überblick

Anleihen-ETFs bestehen aus mehreren Anleihen, sodass es zwischen beiden Varianten zahlreiche Gemeinsamkeiten gibt. Doch auch die Unterschiede sind erheblich: 

 

Anleihen-ETF

Anleihe

Laufzeit

Unbegrenzt

Bis zur Rückzahlung

Risikostreuung

auf mehrere Anleihen gestreut

Keine Streuung – vollständig abhängig vom Anleihenherausgeber

Risiken

Kursverluste bis hin zum Totalausfall sowie weitere Risiken (z.B. Zinsrisiko)

Verspätete oder ausgefallene Zinsen und/oder Rückzahlung. Totalsausfall möglich sowie weitere Risiken (z.B. Zinsrisiko)

Mindestbetrag

ab 1 € (Bruchstückhandel), je nach gewähltem Broker

ab 1 € (Bruchstückhandel), je nach gewähltem Broker

Mögliche Rendite

Durch Zinszahlungen sowie Kursgewinne möglich

Durch Zinszahlungen sowie Kursgewinne möglich

Auszahlung

Zinsen: ausgezahlt oder reinvestiert (je nach ETF). 


Kursgewinne: Erhalt erst bei Verkauf

Zinsen: werden ausgeschüttet


Kursgewinne: können durch vorzeitigen Verkauf realisiert werden

Rückzahlung

Keine Rückzahlung (Ausstieg durch Verkauf möglich)

Rückzahlung am Ende vorgesehen (vorzeitiger Verkauf möglich)


Ein Anleihen-ETF stellt also eine Abwandlung des direkten Anleiheninvestments dar. Viele Aspekte bleiben dabei gleich (zum Beispiel verschiedene Risiken oder die Tatsache, dass Investoren hier Geld an Staaten oder Unternehmen verleihen), während andere Bereiche gänzlich anders aufgebaut sind (zum Beispiel Laufzeit oder Rückzahlung). 

Beide Anlageklassen können grundsätzlich valide Investments darstellen – es kommt jedoch immer auf den Einzelfall an, ob Renten-ETFs, Anleihen, beides oder keine der Formen sinnvoll ist. Insbesondere die Risikofähigkeit und finanzielle Situation des Anlegers sowie die Zusammensetzung des restlichen Portfolios sind dabei entscheidend.

Verschiedene Arten von Anleihen-ETFs erklärt

Da es eine sehr große Anzahl verschiedener Anleihen gibt, ist auch die Auswahl an Anleihen-ETF erheblich. Anstatt Hunderte einzelner Produkte zu präsentieren, wollen wir Ihnen deshalb die wichtigsten Kategorien vorstellen: 

1. Staatsanleihen-ETF

ETFs aus dieser Kategorie enthalten, wie der Name schon vermuten lässt, Staatsanleihen. Diese Form gilt als sicherste Variante unter den Renten-ETFs, da hier meist Anleihen stabiler Industrienationen mit einem sehr guten Rating zum Einsatz kommen. 

Leider müssen sich Anleger im Gegenzug für die etwas höhere Sicherheit in der Regel auch mit niedrigeren Zinsen zufriedengeben. Staatsanleihen-ETF kommen daher als eher sicherer Baustein eines breit gestreuten Portfolios infrage. Ob ein Investment sinnvoll ist, hängt aber immer von den persönlichen Umständen des Anlegers ab. 

Ganz frei von Risiken ist aber auch diese Form nicht, da es zum Beispiel durch Zinsveränderungen zu Kursverlusten kommen kann. Zudem sind auch Staatsanleihen mit niedrigerer Bonität und oft höherem Ausfallrisiko verfügbar. Achten Sie deshalb genau auf den Inhalt, bevor Sie sich für einen Staatsanleihen-ETF entscheiden. 

2. Unternehmensanleihen-ETF

Auch Unternehmen geben zahlreiche Anleihen heraus, um sich mit zusätzlichem Kapital zu versorgen. Bei Unternehmensanleihen gibt es besonders große Unterschiede in Sachen Risiko und Renditechancen; folglich sind auch Unternehmensanleihen-ETFs sehr breit aufgestellt. 

Investment-Grade-Anleihen, also solche Unternehmensanleihen, die eine Bonitätsbewertung von BBB- oder besser aufweisen, stellen eine weniger riskante Option dar. Derartige Firmen gelten als recht stabile Schuldner mit guter Aussicht auf Rückzahlung. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer bestehen.

Hochzinsanleihen weisen ein Rating von BB+ oder schlechter auf (bei Titeln mit CCC+ oder schlechter spricht man von “Ramschanleihen”). Das Ausfallrisiko ist bei Hochzinsanleihen historisch betrachtet höher als bei Investment-Grade-Anleihen. Im Gegenzug erhalten Anleger die Aussicht auf höhere Zinsen. 

 

Gut zu wissen: Unternehmensanleihen und Unternehmensanleihen-ETF können stark vom Aktienmarkt beeinflusst werden. Diese Korrelation ist bei Hochzinsanleihen oft noch höher als bei Investment-Grade. Dadurch kann es in Portfolios, die bereits viele Aktien, ETFs oder Fonds und andere aktienmarktabhängige Investments enthalten, zu Verklumpungen kommen.  

 

3. Unterscheidung nach Branchen und Regionen

Anleihen-ETF können Wertpapiere aus unterschiedlichen Regionen enthalten. Insbesondere unter Unternehmensanleihen-ETF sind regionale Produkte (z.B. Hochzinsanleihen aus der EU, Unternehmensanleihen aus Nordamerika) häufig zu finden. 

ETFs mit regionalem Fokus können dazu beitragen, ein Portfolio gezielt um konkrete Bereiche zu erweitern und so Schwerpunkte zu setzen. Sollte sich die wirtschaftliche Situation in der jeweiligen Region jedoch verschlechtern, sind aber entsprechende Schäden möglich. 

Ähnlich verhält es sich mit Unternehmensanleihen-ETFs, die sich auf einzelne Branchen fokussieren: Derartige Investments können zusätzliche Renditechancen (bei positiver Entwicklung der Branche), aber auch erhöhte Risiken mit sich bringen. Ein über mehrere Branchen hinweg diversifizierter ETF wäre bei negativen Ergebnissen eines einzelnen Bereichs weniger stark betroffen. 

 

4. Laufzeit

Anleihen werden klassischerweise nach kurz- (bis 3 Jahre), mittel- (3 bis 7 Jahre) und langlaufend (ab 7 Jahre) unterschieden. Auch bei Anleihen-ETF kann die Laufzeit der enthaltenen Anleihen eine wichtige Rolle spielen. 

Grundsätzlich lässt sich festhalten: 

  • Kurzlaufende Anleihen haben ein geringeres Zinsrisiko und bieten in der Regel niedrigere Renditen.
  • Langlaufende Anleihen bieten die Chance auf höhere Renditen, haben aber auch ein deutlich höheres Zinsrisiko.
  • Mittlere Anleihen bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Zinsrisiko, das stark von der genauen Restlaufzeit abhängt. 

 

Gut zu wissen: “Zinsrisiko” bezeichnet die Gefahr, dass der Kurs einer Anleihe durch eine Steigerung des Leitzinses sinkt. In diesem Fall werden ältere Anleihen, die noch den niedrigeren Zinssatz verwenden, weniger attraktiv. Durch die rückläufige Nachfrage sinkt der Handelswert der älteren Anleihen. 

 

5. Inflationsgeschützte Anleihen-ETF

Die Inflation reduziert unsere Kaufkraft durch Preissteigerungen – inflationsgeschützte Anleihen-ETFs sollten genau davor schützen. Dies funktioniert durch eine Anpassung des Nominalwerts (Preis der Anleihe bei der Herausgabe) an die aktuelle Inflation. 

Am Anspruch auf Auszahlung des Kupons (Verzinsung) ändert sich dabei nichts; Anleger müssen im Gegenzug für den Inflationsschutz jedoch oft mit geringeren Zinssätzen vorliebnehmen. Zudem reagieren inflationsgeschützte Anleihenprodukte in vielen Fällen besonders stark auf Veränderungen des Leitzinses, was zu erheblichen Verlusten führen kann. 

Ob ein inflationsgeschützter Anleihen-ETF besser als ein “reguläres” Produkt abschneidet, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal sagen.

Risiken von Anleihen-ETF: Das sollten Sie beachten


Ein Investment in Anleihen-ETF ist mit einer Reihe von Risiken behaftet. Sollte sich der Kurs einer einzelnen Anleihe ungünstig entwickeln, können Anleger das Problem “aussitzen” und auf die Rückzahlung warten. Bei Anleihen-ETFs ist dies nicht möglich, da hier keine Rückzahlung erfolgt. 

Kursverluste können bei solchen Renten-ETF daher deutlich schwerer wirken. Es ist deshalb zu empfehlen, sich vorab mit den möglichen Gefahren vertraut zu machen und Anleihen-ETF vor einem Investment genau zu prüfen. Die möglichen Risiken umfassen unter anderem: 

  1. Zinsrisiko

Die Verzinsung einer typischen Anleihe wird zu Beginn festgelegt und bleibt während der gesamten Laufzeit unverändert. Sollten die Zinsen an den Finanzmärkten steigen, verlieren ältere Anleihen mit ihren niedrigeren Verzinsungen an Attraktivität und die Kurse fallen. Umgekehrt machen fallende Leitzinsen die älteren Anleihen mit ihren nun höheren Zinsen für Investoren interessanter – die Kurse steigen. 

Das Risiko, dass eine Anleihe durch steigende Leitzinsen an Wert verliert, wird als Zinsrisiko bezeichnet und stellt auch bei Anleihen-ETFs eine ernstzunehmende Gefahr dar. Als grobe Faustregel lässt sich festhalten: 

  • Steigen die Leitzinsen, verlieren Anleihen mit langer Restlaufzeit besonders stark an Wert. Die geringeren Zinsen (im Vergleich zu neuen Anleihen, die den höheren Leitzins verwenden) summieren sich hier über mehrere Jahre. Investoren stoßen solche langlaufenden Titel daher in großer Anzahl ab, um auf neuere Anleihen umzusteigen. 

  • Anleihen mit kurzer Restlaufzeit sind hingegen weniger stark betroffen. Da diese Titel nur noch wenige Jahre oder Monate laufen, kann die Zinsdifferenz weniger lange wirken. 


Langlaufende Anleihen bieten in der Regel deutlich höhere Zinssätze als kurzlaufende. Daher ist stets zwischen möglicher Rendite und zu erwartendem Zinsrisiko abzuwägen. 

Je nachdem, welche Anleihenlaufzeit ein Anleihen-ETF enthält, kann sich das Zinsrisiko mehr oder weniger stark auswirken. Zur groben Einschätzung verwendet man die “Duration”. Diese Kennzahl gibt an, wie stark der Kurs eines Anleihen-ETFs ausschlägt, wenn sich die Leitzinsen um 1 % verändern. 

  • Duration 1: Die Leitzinsen steigen um 1 %, der Anleihen-ETF fällt um 1 %. Umgekehrt bei fallenden Zinsen. 
  • Duration 2: Eine Leitzinsveränderung von 1 % führt zu 2 % Veränderung beim Anleihen-ETF
  • Duration 3: 1 % führt zu 3 % beim Anleihen-ETF 
  • usw. 


Bei der Ermittlung der Duration fließt auch die Kuponhöhe mit ein, um präzisere Ergebnisse zu liefern. Dennoch handelt es sich nur um eine grobe Einschätzung und keine verbindliche Information. In der Realität können die Ergebnisse von der Duration abweichen, da noch viele weitere Faktoren hinzukommen. 


2. Kreditrisiko

Sollte der Anleihenherausgeber in Zahlungsschwierigkeiten geraten, können Zinsen und Rückzahlung verspätet eintreffen oder sogar vollständig ausfallen. Man spricht dabei vom Kreditrisiko. Es gibt verschiedene Versuche, dieses Risiko messbar zu machen, um die tatsächliche Gefahr einzuschätzen. 

Am beliebtesten ist die Verwendung von Ratings: Verschiedene Agenturen bewerten die Zahlungsfähigkeit von Staaten und einigen großen Unternehmen. Die dafür vergebenen Noten können ein Hilfsmittel bei der Risikoeinschätzung sein: 

  • AAA bis BBB-: Sogenanntes “Investment-Grade”. Gelten als vergleichsweise sichere Anleihen mit eher geringem Kreditrisiko. Im Gegenzug werden für solche Wertpapiere in der Regel nur niedrige Zinssätze geboten. 
  • BB+ bis B-: Sogenannte Hochzinsanleihen. Sie bieten meist deutlich höhere Zinssätze als Investment-Grade, aber auch ein erhöhtes Kreditrisiko. 
  • Ab CCC+: Man spricht ab diesem Punkt von “Ramschanleihen“, da hier ein hohes Ausfallrisiko besteht. 


Sollte sich das Rating eines Herausgebers verändern, kann dies gravierende Auswirkungen auf den Anleihenkurs haben. Große Investoren, darunter auch die vielen Anleihen-ETF, investieren anhand festgelegter Regeln. Bei Rating-Veränderungen können Anleihen automatisch aus ETFs, Fonds und großen Anlageportfolios herausfallen, was zu erheblichen Preiseinbußen führen kann. 

3. Währungsrisiko

Sind Anleihen in einer anderen Währung als der eigenen notiert, können die Wechselkurse die Rendite beeinflussen. So würden US-Anleihen (in Dollar notiert) zum Beispiel eine geringere Rendite einbringen, wenn der Dollar schwächelt oder der Euro an Wert gewinnt. 

Anleger, die sich vor diesem speziellen Risiko schützen wollen, können einen währungsgeschützten Anleihen-ETF in Betracht ziehen. Solche Angebote sind gegen schwankende Wechselkurse abgesichert, verzeichnen aber im Gegenzug etwas höhere ETF-Kosten. 

Wann lohnt sich ein Anleihen-ETF?


Bei der Frage, ob sich ein Anleihen-ETF lohnt, müssen wir zwei Aspekte betrachten: 

  1. Welche Art von Anleihen-ETF wird in Betracht gezogen?
  2. Wie sehen die Zielsetzung, Risikofähigkeit und finanzielle Situation des Anlegers aus?

 

Grundsätzlich lässt sich festhalten: 

  • Kurzlaufende Staatsanleihen mit bestem Rating gelten als vergleichsweise sichere Anleiheninvestments. Ein Anleihen-ETF, der auf solche Titel setzt, könnte überschaubare Risiken und eine geringe Rendite in ein Portfolio bringen. 

  • Mit höherer Verzinsung/schlechterem Rating nimmt das Kreditrisiko in der Regel immer weiter zu. Anleger sollten bei Anleihen-ETFs mit solchen Wertpapieren genau prüfen, ob sie das zusätzliche Risiko tragen wollen. Dabei ist der Blick auf die Zusammensetzung des restlichen Portfolios (“Wie viele riskante Investments habe ich bereits?”) besonders wichtig. 

  • Mit längerer Laufzeit geht auch ein höheres Zinsrisiko einher. Die Laufzeit der in einem ETF enthaltenen Anleihen ist daher eine weitere Stellschraube für das Risiko eines Investments. 

  • Höhere Zinssätze sind nicht automatisch besser. Anleihenausfälle oder Kursverluste durch Zinsveränderungen könnten auch hochverzinste Anleihen-ETFs zu einem Verlustgeschäft werden lassen. Ein interessierter Anleger muss daher einen für ihn passenden Kompromiss aus Rendite und Sicherheit finden. 

  • Diversifikation kann dazu beitragen, einzelne Risiken eines Anleihen-ETF zu reduzieren. Dazu wäre zum Beispiel die Streuung über mehrere Anleihen-ETFs/Anleihenformen oder der Einsatz eines ETFs, der viele unterschiedliche Anleiheformen, Laufzeiten etc. enthält, möglich.

In Anleihen-ETF bei Mintos investieren


Bei Mintos können Sie auf verschiedene Wege in Anleihen investieren. Eine große Auswahl an Anleihen-ETF ist für den direkten Kauf verfügbar.

Zusätzlich steht Ihnen auch der direkte Kauf von Hochzinsanleihen offen. Sie können dazu selbst eigene Anleihen aus dem breiten Sortiment auswählen oder das automatisierte High-Yield-Bond-Portfolio nutzen. Es bietet eine dynamische Diversifikation über mehrere Anleihen.

Um Ihr Portfolio noch breiter aufzustellen, bietet Mintos zusätzlich noch weitere Investmentklassen:
 

  • Kreditbesicherte Wertpapiere: Ihr Kapital finanziert Kredite für Privatpersonen und Unternehmen aus Branchen und Regionen Ihrer Wahl. Bereits ab 50 € erhalten Sie Zugang. Kreditbesicherte Wertpapiere sind mit Risiken bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals behaftet. 
      
  • Smart Cash: Investieren Sie in einen Geldmarktfonds mit Zinsen, die vom aktuellen Leitzins abhängen. Ihr Kapital ist den typischen Geldmarktfonds-Risiken ausgesetzt und fällt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.

     

  • Immobilieninvestitionen: Eine Geldanlage, die eine monatliche Ausschüttung aus Mieteinnahmen anstrebt. Im Gegensatz zum Kauf einer Immobilie ist der Einstieg bei Mintos schon ab 50 € möglich. Immobilieninvestments sind mit Risiken bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals behaftet.

     

  • ETFs: Sie können bei Mintos direkt in über 1.000 ETFs branchenführender Anbieter investieren. Zusätzlich steht Ihnen das Core-ETF-Portfolio zur Verfügung: Es wird automatisiert anhand Ihrer gewünschten Risikostufe zusammengestellt. Die ausgewählten ETFs sind bereits ab 50 € zugänglich. Beide Varianten sind provisionsfrei¹ verfügbar, aber Ihr investiertes Kapital ist durch Kursschwankungen Risiken ausgesetzt.

 

¹ Jeder ETF trägt eine eigene jährliche Gebühr (Total Expense Ratio) des ETF-Anbieters, die im ETF-Preis enthalten ist.

Zusätzlich profitieren Sie bei Mintos von: 

  • Zugang zu verschiedenen Anlageklassen an einem Ort
  • einfacher Einstieg schon mit kleinen Beträgen ab 50 €
  • EU-Regulierte, MiFID II-konforme Plattform, von der lettischen Latvijas Banka überwacht
  • Breite Streuung zur Risikoreduzierung möglich
  • Ein Sekundärmarkt kann die Chance bieten, Investments vorzeitig zu veräußern, wenn ein Käufer verfügbar ist
  • Steuerunterstützung durch Steuerberichte

Fazit: Anleihen-ETF als mögliche Alternative oder Ergänzung zum klassischen Anleihenkauf  


Ein Anleihen-ETF (oder auch “Renten-ETF”) stellt ein Paket aus mehreren Anleihen dar. Anleger können mit ihrem Investment einen Anteil an allen enthaltenen Wertpapieren erwerben. 

Sie profitieren von ausgezahlten Zinsen (Kupons), müssen aber auch Risiken in Kauf nehmen: Zinsveränderungen, Insolvenzen der Herausgeber oder Währungsveränderungen könnten für Kursverluste sorgen. Sogar ein Totalausfall ist theoretisch möglich. 

Es ist jedoch eine genaue Unterscheidung der verschiedenen Renten-ETFs wichtig: Während Staatsanleihen-ETFs mit bestem Rating zum Beispiel als vergleichsweise sicher gelten, können die höherverzinsten Hochzinsanleihen deutlich größere Risiken mit sich bringen. 

Ein allgemeines Urteil, welche Anleihen-ETF sich lohnen und von welchen abzuraten ist, kann dennoch nicht gegeben werden. Anleger sollten prüfen, welche Risiken sie tragen können und wie ein solcher ETF in ihr bestehendes Portfolio passen könnte. 

Mintos bietet Ihnen die Möglichkeit, über ETFs, als Direktkauf oder durch ein automatisiertes Portfolio in Anleihen zu investieren.

FAQ

Sind Anleihen-ETFs sinnvoll?

Ob ein Anleihen-ETF sinnvoll ist, hängt von den enthaltenen Anleihen (und deren Risiken und Rendite) sowie dem Portfolio des Investors ab. Es stehen unterschiedliche Anleihen-ETFs mit speziellen Vor- und Nachteilen zur Verfügung – eine generelle Empfehlung ist unmöglich.

Die Sicherheit hängt von den enthaltenen Anleihen ab. Die Bonität des Herausgebers und die Laufzeit gelten als wichtigste Kriterien. So werden kurzlaufende Anleihen von Staaten mit hervorragender Bonität (AAA) als recht sicher eingestuft – bieten im Gegenzug aber oft nur geringe Rendite.

Die möglichen Renditen reichen von sehr niedrig (z.B. bei kurzlaufenden Staatsanleihen mit AAA-Bonität) bis hin zu recht hohen Werten bei Unternehmensanleihen mit geringer Bonität (Hochzinsanleihen). Ausfälle und Zinsveränderungen können diese Rendite jedoch schnell auffressen, sodass immer eine genaue Abwägung der Vor- und Nachteile ratsam ist.

Es gibt keine Mindesthaltedauer für Anleihen-ETFs. Je nach persönlicher Strategie könnte es jedoch sinnvoll sein, einzelne ETFs abzustoßen oder den Anteil zu verändern. Dabei ist vor allem die Laufzeit der enthaltenen Anleihen und die Aussicht auf Leitzinsveränderungen entscheidend.

Der beste Anleihen-ETF ist einer, der zu den Bedürfnissen des Anlegers passt. Hierbei sind vor allem die Sicherheit und die Rendite, aber auch die Laufzeit entscheidend. Denn langlaufende Anleihen reagieren empfindlicher auf Leitzinsveränderungen als kurzlaufende Titel.

Ein Anleihen-ETF fasst mehrere Anleihen in einem Paket zusammen. Investoren erwerben einen Anteil an allen enthaltenen Wertpapieren. Es erfolgt jedoch keine Rückzahlung am Ende der Laufzeit, wie man es von Einzeanleihen kennt.